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Siegel und Badges

Nachhaltigkeitssiegel ab 27. September 2026: Welche in Ihrem Shop bleiben dürfen

Zuletzt aktualisiert

Seit 27. September 2026 darf ein Shop ein Nachhaltigkeitssiegel nur anbringen, wenn es auf einem Zertifizierungssystem beruht oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurde (Richtlinie (EU) 2024/825, Anhang I Nr. 2a). Selbst gemachte Badges wie „Grüne Wahl“ oder ein Blatt-Symbol neben „Öko-Tipp“ sind unter allen Umständen verboten.

Diese Seite erklärt, was als Siegel gilt, welche vier Prüfpunkte ein Zertifizierungssystem erfüllen muss und was mit den Badges in Ihrem Shop-Theme zu tun ist.

Was als Nachhaltigkeitssiegel gilt

Ein Nachhaltigkeitssiegel ist jedes freiwillige Vertrauens- oder Gütezeichen oder Ähnliches, öffentlich oder privat, das ein Produkt, ein Verfahren oder ein Unternehmen wegen seiner ökologischen oder sozialen Merkmale oder beider hervorhebt. Pflichtkennzeichnungen wie das EU-Energielabel sind keine Nachhaltigkeitssiegel.

Das betrifft mehr als Zertifikate. Badges im Shop-Theme, Symbole in Produktfotos und Filter wie „Öko-Auswahl“ sind Siegel, wenn sie Produkte aus ökologischen oder sozialen Gründen hervorheben.

Siegel staatlicher Stellen

Von staatlichen Stellen festgesetzte Siegel dürfen ohne eigenes Zertifizierungssystem gezeigt werden. Die Richtlinie nennt als Beispiele das EU-Umweltzeichen (Verordnung (EG) Nr. 66/2010) und das EMAS-Logo (Verordnung (EG) Nr. 1221/2009). Staatliche nationale Umweltzeichen wie der Blaue Engel oder der Nordische Schwan gehören ebenfalls dazu.

Die vier Prüfpunkte für ein privates System

Ein privates Siegel ist nur zulässig, wenn es aus einem Zertifizierungssystem mit Kontrolle durch Dritte stammt, dessen Bedingungen öffentlich sind und das alle vier Kriterien erfüllt:

  1. Das System steht allen Unternehmen offen, die seine Anforderungen erfüllen wollen und können, zu transparenten, fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen.
  2. Die Anforderungen wurden mit einschlägigen Sachverständigen und Interessenträgern entwickelt.
  3. Das System regelt den Umgang mit Verstößen und kann das Siegel entziehen oder aussetzen.
  4. Die Einhaltung wird in einem objektiven Verfahren von einem Dritten überwacht, der vom Systeminhaber und vom Unternehmen unabhängig ist.

Der Erwägungsgrund verweist für diese Unabhängigkeit auf Normen wie ISO 17065. Bekannte Systeme für Forstwirtschaft, Textilien oder fairen Handel sind so aufgebaut, doch maßgeblich sind die öffentlichen Bedingungen des Systems, nicht seine Bekanntheit.

Eigene Badges und Symbole

Ein Siegel, das Sie oder Ihre Plattform selbst erfunden haben, scheitert schon am Grundsatz: Niemand Unabhängiges zertifiziert es. Entfernen Sie es oder ersetzen Sie es durch die konkrete Angabe, für die es stehen sollte.

Verboten “Badge: Öko-Tipp · Bambus-Zahnbürste mit Borsten aus Rizinusöl”

Korrektur “Bambus-Zahnbürste mit Borsten aus Rizinusöl”

Das selbst gemachte Badge geht. Die Fakten im Text bleiben.

Ein echtes Siegel deckt nicht jede Aussage

Ein zertifiziertes Siegel belegt nur, was es zertifiziert. Betrifft ein Siegel Schadstoffe, macht es das Produkt nicht „umweltfreundlich“, und ein Siegel mit einer Formulierung, die positive Umweltwirkungen nahelegt, gilt selbst als Umweltaussage.

Behalten Sie das Siegel und streichen Sie die allgemeinen Wörter daneben, es sei denn, die Kriterien des Siegels belegen sie.

Quellen

Dieser Leitfaden fasst EU-Recht für Shopbetreiber zusammen. Er ist keine Rechtsberatung; für ein Rechtsgutachten zu Ihren Texten wenden Sie sich an einen Anwalt.